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Schamanismus und Transformationsreise ins heilige Peru

15.01. München Amsterdam Lima

Morgens um 6:00 Uhr geht die Reise los, bei Schneegestöber zur U-Bahn und dann mit der S-Bahn zum Flughafen. Dank 6 Stunden Zeitverschiebung sind wir nach 22 Stunden und einer Zwischenlandung in Amsterdam endlich und sogar am gleichen Tag spät abends in Lima gelandet. Unser Reiseleiter und Indianer-Bruder Jose empfing uns am Flughafen liebevoll mit einem „Wayruru Armband“, das für bedingungslose Liebe steht. Mit 2 größeren Autos wurden wir (unsere Gruppe bestand aus 7 Personen, die sich vor der Reise nicht kannten) zur Casa Wayra, unserer Unterkunft für diese Nacht, gebracht.

16.01. von Lima nach Trujilo in den Norden von Peru

Am frühen Nachmittag werden wir zum Busbahnhof gebracht, um auf der Panamericana in Richtung Norden zu fahren. Nach 10 Stunden erreichen wir die Kolonialstadt Trujillo, für die wir einige Tage eingeplant haben. Trujillo ist laut und hektisch und erinnert in vielen Teilen an ein kleines Lima. Mit 2 Autos wurden wir von Joses Bruder vom Busbahnhof abgeholt und in das kleine Surferdorf Huancayo gebracht. In Huancayo erwartet uns ein idyllischer, kleiner Fischerort mit den berühmten „Caballitos de Totora“, Schilfbooten, wie sie schon seit Jahrtausenden im Einsatz sind. Bis zum 20.1. ist die „Casa Nevana“, direkt am Pazifik, unsere Unterkunft. Die Zimmer sind sehr einfach, Wasser läuft tropfenweise aus dem Duschhahn und Toilettenpapier ist sehr rar.

17.1. Mondpyramide

Bevor wir von unseren beiden Fahrern abgeholt werden, frühstücken wir am Markt von Huancayo, wo wir  Humberto und Vincenz treffen, zwei Yatiri (Heiler und Schamanen) die uns auf unserer Reise begleiten.

Wir fahren 7 km südöstlich von Trujillo zum Huaca de la Luna (Tempel des Mondes), eine Pyramide aus luftgetrockneten Lehmziegeln im Moche-Tal im Norden Perus. Die 21 Meter hohe Huaca de la Luna ist terrassenförmig angelegt und besitzt drei große Plattformen. Diese dienten der Durchführung von Opferzeremonien zum Erbitten von Regen und Fruchtbarkeit, wie die dort gefundenen Skelette zeigen. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft war die Sonnenpyramide das politische Zentrum des Moche-Reiches, während die Mondpyramide das religiöse Zentrum darstellte.
Im „Tempel des Mondes“ fand unser erstes Ritual mit Humberto statt, eine Opferzeremonie mit Kokablättern, die sehr schön war.

Auf dem Rückweg überraschte uns Jose mit einem Besuch bei Freunden in der „Oase der Sinne“ eine traumhaft schön angelegte Oase mit den wundervollsten Blumen, Kräutern und Bäumen, wo ein leckeres Picknick auf uns wartete.

  

18.1. Fürstin von Cao

Unser heutiger Tagesausflug führt uns zur Lehmpyramide „El Brujo“ die etwa 70 km nördlich von Trujillo liegt. Dort wurde die in 20 Lagen Baumwollstoff eingehüllte, mit Schlangen und Spinnen tätowierte Mumie der Fürstin von Cao gefunden, die 400 n. Chr gelebt haben soll. Archäologen nennen die Fürstin von Cao übrigens die „Kleopatra Südamerikas”. Heutzutage kann man die Fürstin im Ende April 2009 eröffneten Cao-Museum bewundern. Das modern gestaltete und schwer bewachte Museum befindet sich neben der Stufenpyramide von El Brujo und stellt neben der Mumie auch viele der gefundenen Goldketten, Keramiken und Schmuckstücke aus.

Zum Sonnenuntergang sind wir wieder in Huancayo zurück. Humberto und Vincenz bereiten eine „San Pedro Zeremonie“ am Strand für uns vor. San Pedro, auch Wachuma genannt, ist ein Kaktus und wächst in den peruanischen Anden. San Pedro ist keine Droge, sondern eine Medizin und macht nicht abhängig. Seit über 3000 Jahren wird der Kaktus als Medizin, Lehr- und Heilpflanze verwendet und wird für Prophezeiungen und zur Bewusstseinserweiterung eingenommen. Die Wirkung von San Pedro ist behutsam und tief greifend. Es findet eine Herzöffnung statt, welche eine tiefgründige Bewusstseinsveränderung herbei führt und hilft, die Wunden der Vergangenheit zu heilen. Dabei können nicht nur eigene erlebte, seelische Verletzungen oder Krankheiten geheilt werden, sondern auch solche, die von unseren Ahnen durch die DNA an uns weitergegeben wurden.

(Heute, Wochen nach der Zeremonie, fühle ich mich immer noch sehr im Herzen berührt. Ich bin mehr als je zuvor bei mir angekommen und empfinde eine tiefe Freude und Liebe in mir)

19.01 Chan Chan

Nur ein paar Kilometer außerhalb von Trujillo an der wüstenartigen Küste, liegt unser heutiges Ausflugsziel: Chan Chan.

Die größte Ausgrabungsstätte von Nord-Peru ist seit 1986 Welkulturerbe der UNESCO.  Chan Chan spielte auch eine große religiöse Rolle. Im Unterschied zu den Inkas oder den Mayas beteten die Chimus nicht die Sonne an, die in dieser Region viel zu stark war, sondern bevorzugten den Mond. Er ist Tag und Nacht sichtbar und verantwortlich für die Wassergezeiten und das Blühen der Pflanzen.

Zurück in Huancayo gibt es auch heute bei Sonnenuntergang ein Abschiedsritual Pfeifenzeremonie am Pazifik, begleitet von wundervoller spiritueller Musik auf Flöten, Zirbeln und Trommeln. Wir singen und tanzen barfuß im Sand dazu. Es ist unser letzter Abend im Norden von Peru.  

20.01. Trujilo – Lima – Cusco (Reisetag), es geht in den Süden von Peru

Die peruanischen Anden werden von vielen Weisheitslehrern einschließlich des Dalai Lama als das neue Zentrum für spirituelle Energie auf unserem Planeten angesehen.

Am Morgen geht es zum Flughafen nach Trujillo, wo unser Flieger nach Lima und der Anschlussflug nach Cusco auf uns warten. In den südlichen Sierras inmitten des fruchtbaren Andenhochlandes liegt die Stadt Cusco, einst das Herz des Inka-Reichs und heute eine der wichtigsten Touristenattraktionen Perus.

Am Flughafen werden wir von einem Kleinbus abgeholt und ins Urubamba Tal gefahren.  Am späten Abend erreichen wir unsere Unterkunft, die Paucartika Hasienda Lodge von Ricardo Silver im Heiligen Tal, wo uns in der Dunkelheit eine weiße Eule am Weg begrüßt. Wir bewegen uns hier zwischen 3.500 – 3.800 Meter Höhe und die Luft ist ganz schön dünn.

 

Durch das tägliche Kauen von sehr vielen Kokablättern geht es mir überraschend gut. Wir haben heute Mondfinsternis/Vollmond in Peru eine sehr magische erste Nacht.

Die Lodge liegt in der Mitte eines weiten, einsamen Tals, mit herrlichem Blick auf die umliegenden Berge, direkt hinter uns ein großer Wasserfall. Das Wetter ist sehr instabil, es regnet stark und in den Nächten friere ich trotz 2 Leggins übereinander, Pullover, Daunenjacke, Wollsocken und Daunenschlafsack. In meinem Zimmer, das ich mir mit Elke teile, lässt sich die Tür nicht schließen, die Sammelduschen sind getrennt von den Sammeltoiletten im Innenhof der Lodge. Die großzügigen, indianisch gestalteten Gemeinschaftsräume sind jedoch wunderschön.  

21.1. Pisac auf 3.525 Meter

Nachdem ich mit Humberto, Elke und Christa eine Yogaeinheit am frühen Morgen gegeben habe, geht es nach dem Frühstück, das für mich seit der Ankunft in Peru sehr unbefriedigend ist (runde Fladen aus Weizen mit Margarine und meist Rühreier dazu), werden wir von unseren Fahrern abgeholt.

Im Ortskern von Pisac ist Markttag. Viele Indigene kommen von außerhalb, um ihre Waren zu verkaufen. Ein quirliges und buntes Treiben, welches Einblick in das alltägliche Leben der Menschen gibt. Der perfekte Ort, um einen Maiskolben mit Käse zu probieren oder ein Chicha, das traditionelle Maisbier der Inka. Natürlich ist der Ort auch für seinen „Tempel der Sonne“ bekannt, der sich oberhalb des Dorfes auf einem Berghang befindet. Du hast die Möglichkeit, zu den Ruinen zu wandern. Der Aufstieg ist aufgrund der Höhenlage etwas anstrengend aber machbar. Die Wanderung dauert ca. 1 – 1 1/2 Stunden. Du wirst mit tollen Ausblicken auf Pisac und den umliegenden Bergen und Tälern belohnt. Bei den Ruinen von Pisac angekommen, bekommen wir unser Touristen-Ticket. Dieses Eintrittsticket gilt für weitere Ruinenkomplexe im Heiligen Tal.

22.01. Terassen von Ollantaytambo

Heute fürt uns unser Tagesausflug in die Inka-Stätte Ollantaytambo, die letzte Stadt im Heiligen Tal der Inka vor Machu Picchu. Auf dem Weg holen wir Wayra ab, ein Neffen von Josè, der uns heute begleitet. Vor dem Eingang der Festung gibt es einen Markt, wo ein geschäftiges Treiben herrscht.

Der Ort liegt auf 2.700 Metern Höhe am Urubamba Fluss und ist von Bergketten umgeben. Die Festung befindet sich auf einen Bergsporn und kann problemlos zu Fuß erreicht werden. Gegenüber der Ruinenanlage von Ollantaytambo gibt es weitere Ruinen auf einem Berghang, diese werden „Pinkuylluna“ genannt. Dort haben die Inkas früher ihre Lebensmittelvorräte gelagert.

   

Nach unserer Rückkehr in der Paucartika Hasienda Lodge führt uns Wayra (was übersetzt der Wind heisst) seine selbstgemachten Öle, Redestäbe, Flöten, Armbänder usw. vor. Ein wunderschöner Redestab spricht mich an und will zu mir, er begleitet mich zu Hause bei meinen Zermonien und Meditationen.

23.01. Aguas Calientes / Macchu Picchu

Aguas Calientes  oder auch Macchu Picchu Dorf genannt, besteht aus etwa 2.000 Einwohnern und ist durch seine Nähe zur Inkastadt der Ausgangspunkt für den Besuch der Ruinen. Es gibt nur eine Zuggesellschaft, die von Ollantaytadmbo nach Aguas Calientes fährt. Wir fahren mit dem Vistadome Train, die bessere Zugklasse, ein Panoramazug, der dementsprechend etwas teurer ist.

Nachdem wir im Hotel, das beste auf unserer Reise, unsere Zimmer bezogen haben, besuchten wir die heißen Thermalquellen, die Namensgeber für Aguas Calientes und nur 10 min vom Zentrum entfernt sind. Das ungefilterte, braune Wasser in den Becken ist 37-40°C heiß und wir genießen eine herrliche Entspannung bei gegenseitigen Massagen im heißen Becken.

24.01. Sonnentor / Macchu Picchu

Huberto klopft um 3:45 Uhr, um uns zu wecken, noch ist es dunkel, doch die Stimmung ist aufgekratzt. Nach einer Tasse Koka-Tee und einem Glas Mangosaft mit Maca Pulver laufen wir los über die grob gepflasterten Steinwege und Stufen, wild tanzen die hellen Punkte der Taschenlampen in einer geschlängelten Linie vor uns herum.

Kurz vor 7 Uhr,  gerade als die Sonne über den Bergspitzen aufgeht, ist es so weit: Wir stehen am Sonnentor und genießen den Anblick. Dieser Moment lässt die Strapazen und das flaue Gefühl im Magen auf 4000 Metern Höhe schnell vergessen.

Geführt von Jose und Humberto geht es weiter bergauf, wir laufen zu verschiedenen Kraftorten um dort  Meditationen, Gebete und Zeremonien zu machen. Huberto lässt uns eine Samenbohne von einer Schale auswählen, die wir gut aufbewahren sollen! Wir bitten um Schutz und ein offenes Herz.

Gegen 15 Uhr sind wir wieder am Sonnentor, wo uns ein Bus zurück nach Aguas Calientes fährt. Nach einem kleinen Lunch holen wir unser Gepäck vom Hotel und laufen zum Bahnhof, um mit dem Panoramazug zurück nach Ollantaytambo zu fahren, wo wir bei Dunkelheit am späten Abend ankommen und von unseren beiden Fahrern zurück in die Paucartika Hasienda Lodge gebracht werden. Todmüde fallen wir ungeduscht und ausgekühlt in unsere Betten.

25.01. Ruhetag in der Lodge

Es tut gut, bis 7:30 Uhr zu schlafen. Nach dem Yoga und Frühstück spaziere ich mit Elke, Christine und Christl im Dauerregen Richtung Wasserfall, wir besichtigen das Atelier von Ricardo Silver, einem Künstler und dem Besitzer der Lodge.

Huberto macht fast täglich Einzelsessions mit uns. Da ich seit 3 Tagen Halsschmerzen und Stimmversagen habe, meine Nase andauernd mit gelb-grünem Schleim läuft, bin ich heute an der Reihe.

Puh….. es ist hochinteressant! Aus der Samenbohne und 3 Koka Blättern die ich auswählen soll, liest er meine Lebensthemen und Aufgaben, sieht meine körperlichen Schwachstellen und gibt mir Empfehlungen über Ernährung und Lebensrhythmen. Er fragt mich ob ich mir vorstellen kann mit ihm zu arbeiten. Er kommt jedes Jahr für 3 Monate nach Europa um Tagungen, Workshops, Einzelsitzungen mit dem Wissen der Moche und Inka-Kultur zu geben. Wir können uns beide gut vorstellen, dass er heuer auf seiner Tour nach München kommt, meine Patienten berät usw.

Ich bin begeistert und aufgewühlt zugleich, die Botschaften, Lebensthemen und Lebensaufgaben werden mich noch eine Weile beschäftigen.

Es ist unser letzter Abend in der Lodge, den wir bei einer warmen Suppe, Kokatee, Gesang und Musik, die Jose und Humberto mit ihren Flöten und Trommeln machen, geniessen.

26.01. Fahrt nach Cusco

Wie geht es weiter ???? Fortsetzung folgt…….