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KYMA (Klopfen, Yoga, Meditation, Atmen)

Blog-Beitrag für KYMA

Das Holzbein oder wie ich lernte, dem Schmerz zu folgen

Das kann auch einer Yogalehrerin passieren: Vor 10 Tagen, am Donnerstag legte frühmorgens beim Muskeltraining, ein sehr schmerzhafter Stich in die Lendenwirbelsäule Renate lahm. Diagnose laut MRT, Bandscheibenvorfall in LWS 4/5. Nach einer Infiltration, mehreren Spritzen beim Orthopäden und Schmerztabletten für Zuhause, die jedoch am dritten Tag Magenprobleme bereiteten, rief sie am Mittwoch, uns an – den Akupunkturarzt und die Heilpraktikerin für Psychotherapie. „Könnte man da was mit Akupunktur machen? Und mit Klopfakupressur?“ Man könnte und so eilten wir kurzerhand am Donnerstag, eine Woche nach dem „Vorfall“, zu einem freundschaftlichen Hausbesuch. Dieter setzte 6 Nadeln, ein Punkt war relativ schmerzhaft, dann durfte ich – Angelika – ran.

Ich bat Renate, den Schmerz so genau wie möglich zu beschreiben. Es war ein taubes Gefühl im linken Bein und Fuß. „Es fühlt sich an wie ein Holzbein!“ Da Renate einer neuen Karriere als Piratin nicht besonders zugeneigt schien (sie bekommt das zeitlich einfach nicht hin), legten wir los. Ach ja: Ich fragte noch, welches Gefühl dieses Holzbein bei ihr auslöst. Eigentlich hätte ich mir diese Frage sparen können, denn Renate mit ihrem immensen spirituellen und schamanischen Wissen kann das taube Gefühl tatsächlich annehmen! Andere wären hilflos, verärgert, ungeduldig. Ich auch.

Aber gut, es geht um Renate und so starten wir mit dem Einstimmungssatz, der 3x wiederholt wird: „Auch wenn ich dieses taube Holzbein-Gefühl in meinem linken Unterschenkel und Fuß annehmen kann, ist es völlig okay, wenn ich es loslassen will.“

Danach beginnt die eigentliche Klopfrunde mit den Kurzsätzen „Dieses taube Gefühl im linken Unterschenkel und Fuß.“ Nach zwei Runden frage ich nach, jetzt kribbelt es an der Achillessehne und im inneren oberen Fußballen. Das nehmen wir gleich auf und klopfen „Dieses Kribbeln in der Achillessehen und im inneren oberen Fußballen.“ Ich fordere Renate auf, sich sofort zu melden, wenn sich an der Schmerzqualität oder – intensität etwas ändert. Chasing the pain nennt man das, dem Schmerz folgen. Das ist wichtig für den Erfolg beim Klopfen: immer genau das benennen, was gerade ist. Tatsächlich ist es so, dass Renates Schmerz wandert. In die Zehen, die sich leicht ärgerlich auseinanderspreizen wollen, dann wieder hinauf in die Lendenwirbelsäule. Wir folgen mit dem Klopfen jeder Körperempfindung und nach ca. 20 Minuten sagt Renate: „Es fühlt sich ruhig und etwas erträglicher an.“

Wir beenden die Klopfsitzung mit einem Schwung positiver Energie. „Ich schicke positive Energie in mein linkes Bein und meine Lendenwirbelsäule. Warme, heilende, positive Energie. Goldene, wunderbare Energie.“ Mit diesen wunderbaren Bildern beenden wir unsere Klopfrunde. Renate fühlt sich entspannt, ihre Ohren, die mit 6 Akupunkturnadeln geschmückt sind, kribbeln und glühen vor Wärme. Von Dieter kommt die ärztliche Anordnung, sich noch etwas auszuruhen, der Renate gerne nachkommt. Zwei Stunden später kommt nämlich bereits der nächste Patient in Ihre Praxis.

Fazit von Renate:

Heute, 10 Tage nach dem „Vorfall“, sind nur noch das Sprunggelenk und der Fuß, besonders die große Zehe taub. Im Oberschenkel und Schienbein habe ich wieder Gefühl, super! Die Schmerzen in der LWS werden täglich weniger. Die Akupunktur von Dieter sowie die Klopfakupressur von Angelika, haben mir sehr geholfen. Ich klopfe weiter, wie mir Angelika nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ empfohlen hat.

Mein tägliches Üben nach Liebscher & Bracht, eine intensive Clearing Sitzung bei meiner lieben Freundin Jadranka sowie die Behandlung von Andy mit seinem TimeWaver, ein Medizingerät, das hilft tiefere Ursachen und Zusammenhänge von Erkrankungen im Informationsfeld zu analysieren und zu balancieren, trugen außerdem zu meinem Heilungserfolg bei.

Jeder Schmerz hat eine Botschaft. Danke dafür… ich habe die Zeichen meines Körpers erkennen dürfen und mit Hilfe meiner lieben Freunde meine Selbstheilungskräfte aktiviert.

Betreuung bei Rückenschmerzen und Anleitung zur Selbsthilfe bei:

renate.gezzele@t-online.de

angelikahueting@online.de

 

 

 

Schamanismus und Transformationsreise ins heilige Peru

15.01. München Amsterdam Lima

Morgens um 6:00 Uhr geht die Reise los, bei Schneegestöber zur U-Bahn und dann mit der S-Bahn zum Flughafen. Dank 6 Stunden Zeitverschiebung sind wir nach 22 Stunden und einer Zwischenlandung in Amsterdam endlich und sogar am gleichen Tag spät abends in Lima gelandet. Unser Reiseleiter und Indianer-Bruder Jose empfing uns am Flughafen liebevoll mit einem „Wayruru Armband“, das für bedingungslose Liebe steht. Mit 2 größeren Autos wurden wir (unsere Gruppe bestand aus 7 Personen, die sich vor der Reise nicht kannten) zur Casa Wayra, unserer Unterkunft für diese Nacht, gebracht.

16.01. von Lima nach Trujilo in den Norden von Peru

Am frühen Nachmittag werden wir zum Busbahnhof gebracht, um auf der Panamericana in Richtung Norden zu fahren. Nach 10 Stunden erreichen wir die Kolonialstadt Trujillo, für die wir einige Tage eingeplant haben. Trujillo ist laut und hektisch und erinnert in vielen Teilen an ein kleines Lima. Mit 2 Autos wurden wir von Joses Bruder vom Busbahnhof abgeholt und in das kleine Surferdorf Huancayo gebracht. In Huancayo erwartet uns ein idyllischer, kleiner Fischerort mit den berühmten „Caballitos de Totora“, Schilfbooten, wie sie schon seit Jahrtausenden im Einsatz sind. Bis zum 20.1. ist die „Casa Nevana“, direkt am Pazifik, unsere Unterkunft. Die Zimmer sind sehr einfach, Wasser läuft tropfenweise aus dem Duschhahn und Toilettenpapier ist sehr rar.

17.1. Mondpyramide

Bevor wir von unseren beiden Fahrern abgeholt werden, frühstücken wir am Markt von Huancayo, wo wir  Humberto und Vincenz treffen, zwei Yatiri (Heiler und Schamanen) die uns auf unserer Reise begleiten.

Wir fahren 7 km südöstlich von Trujillo zum Huaca de la Luna (Tempel des Mondes), eine Pyramide aus luftgetrockneten Lehmziegeln im Moche-Tal im Norden Perus. Die 21 Meter hohe Huaca de la Luna ist terrassenförmig angelegt und besitzt drei große Plattformen. Diese dienten der Durchführung von Opferzeremonien zum Erbitten von Regen und Fruchtbarkeit, wie die dort gefundenen Skelette zeigen. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft war die Sonnenpyramide das politische Zentrum des Moche-Reiches, während die Mondpyramide das religiöse Zentrum darstellte.
Im „Tempel des Mondes“ fand unser erstes Ritual mit Humberto statt, eine Opferzeremonie mit Kokablättern, die sehr schön war.

Auf dem Rückweg überraschte uns Jose mit einem Besuch bei Freunden in der „Oase der Sinne“ eine traumhaft schön angelegte Oase mit den wundervollsten Blumen, Kräutern und Bäumen, wo ein leckeres Picknick auf uns wartete.

  

18.1. Fürstin von Cao

Unser heutiger Tagesausflug führt uns zur Lehmpyramide „El Brujo“ die etwa 70 km nördlich von Trujillo liegt. Dort wurde die in 20 Lagen Baumwollstoff eingehüllte, mit Schlangen und Spinnen tätowierte Mumie der Fürstin von Cao gefunden, die 400 n. Chr gelebt haben soll. Archäologen nennen die Fürstin von Cao übrigens die „Kleopatra Südamerikas”. Heutzutage kann man die Fürstin im Ende April 2009 eröffneten Cao-Museum bewundern. Das modern gestaltete und schwer bewachte Museum befindet sich neben der Stufenpyramide von El Brujo und stellt neben der Mumie auch viele der gefundenen Goldketten, Keramiken und Schmuckstücke aus.

Zum Sonnenuntergang sind wir wieder in Huancayo zurück. Humberto und Vincenz bereiten eine „San Pedro Zeremonie“ am Strand für uns vor. San Pedro, auch Wachuma genannt, ist ein Kaktus und wächst in den peruanischen Anden. San Pedro ist keine Droge, sondern eine Medizin und macht nicht abhängig. Seit über 3000 Jahren wird der Kaktus als Medizin, Lehr- und Heilpflanze verwendet und wird für Prophezeiungen und zur Bewusstseinserweiterung eingenommen. Die Wirkung von San Pedro ist behutsam und tief greifend. Es findet eine Herzöffnung statt, welche eine tiefgründige Bewusstseinsveränderung herbei führt und hilft, die Wunden der Vergangenheit zu heilen. Dabei können nicht nur eigene erlebte, seelische Verletzungen oder Krankheiten geheilt werden, sondern auch solche, die von unseren Ahnen durch die DNA an uns weitergegeben wurden.

(Heute, Wochen nach der Zeremonie, fühle ich mich immer noch sehr im Herzen berührt. Ich bin mehr als je zuvor bei mir angekommen und empfinde eine tiefe Freude und Liebe in mir)

19.01 Chan Chan

Nur ein paar Kilometer außerhalb von Trujillo an der wüstenartigen Küste, liegt unser heutiges Ausflugsziel: Chan Chan.

Die größte Ausgrabungsstätte von Nord-Peru ist seit 1986 Welkulturerbe der UNESCO.  Chan Chan spielte auch eine große religiöse Rolle. Im Unterschied zu den Inkas oder den Mayas beteten die Chimus nicht die Sonne an, die in dieser Region viel zu stark war, sondern bevorzugten den Mond. Er ist Tag und Nacht sichtbar und verantwortlich für die Wassergezeiten und das Blühen der Pflanzen.

Zurück in Huancayo gibt es auch heute bei Sonnenuntergang ein Abschiedsritual Pfeifenzeremonie am Pazifik, begleitet von wundervoller spiritueller Musik auf Flöten, Zirbeln und Trommeln. Wir singen und tanzen barfuß im Sand dazu. Es ist unser letzter Abend im Norden von Peru.  

20.01. Trujilo – Lima – Cusco (Reisetag), es geht in den Süden von Peru

Die peruanischen Anden werden von vielen Weisheitslehrern einschließlich des Dalai Lama als das neue Zentrum für spirituelle Energie auf unserem Planeten angesehen.

Am Morgen geht es zum Flughafen nach Trujillo, wo unser Flieger nach Lima und der Anschlussflug nach Cusco auf uns warten. In den südlichen Sierras inmitten des fruchtbaren Andenhochlandes liegt die Stadt Cusco, einst das Herz des Inka-Reichs und heute eine der wichtigsten Touristenattraktionen Perus.

Am Flughafen werden wir von einem Kleinbus abgeholt und ins Urubamba Tal gefahren.  Am späten Abend erreichen wir unsere Unterkunft, die Paucartika Hasienda Lodge von Ricardo Silver im Heiligen Tal, wo uns in der Dunkelheit eine weiße Eule am Weg begrüßt. Wir bewegen uns hier zwischen 3.500 – 3.800 Meter Höhe und die Luft ist ganz schön dünn.

 

Durch das tägliche Kauen von sehr vielen Kokablättern geht es mir überraschend gut. Wir haben heute Mondfinsternis/Vollmond in Peru eine sehr magische erste Nacht.

Die Lodge liegt in der Mitte eines weiten, einsamen Tals, mit herrlichem Blick auf die umliegenden Berge, direkt hinter uns ein großer Wasserfall. Das Wetter ist sehr instabil, es regnet stark und in den Nächten friere ich trotz 2 Leggins übereinander, Pullover, Daunenjacke, Wollsocken und Daunenschlafsack. In meinem Zimmer, das ich mir mit Elke teile, lässt sich die Tür nicht schließen, die Sammelduschen sind getrennt von den Sammeltoiletten im Innenhof der Lodge. Die großzügigen, indianisch gestalteten Gemeinschaftsräume sind jedoch wunderschön.  

21.1. Pisac auf 3.525 Meter

Nachdem ich mit Humberto, Elke und Christa eine Yogaeinheit am frühen Morgen gegeben habe, geht es nach dem Frühstück, das für mich seit der Ankunft in Peru sehr unbefriedigend ist (runde Fladen aus Weizen mit Margarine und meist Rühreier dazu), werden wir von unseren Fahrern abgeholt.

Im Ortskern von Pisac ist Markttag. Viele Indigene kommen von außerhalb, um ihre Waren zu verkaufen. Ein quirliges und buntes Treiben, welches Einblick in das alltägliche Leben der Menschen gibt. Der perfekte Ort, um einen Maiskolben mit Käse zu probieren oder ein Chicha, das traditionelle Maisbier der Inka. Natürlich ist der Ort auch für seinen „Tempel der Sonne“ bekannt, der sich oberhalb des Dorfes auf einem Berghang befindet. Du hast die Möglichkeit, zu den Ruinen zu wandern. Der Aufstieg ist aufgrund der Höhenlage etwas anstrengend aber machbar. Die Wanderung dauert ca. 1 – 1 1/2 Stunden. Du wirst mit tollen Ausblicken auf Pisac und den umliegenden Bergen und Tälern belohnt. Bei den Ruinen von Pisac angekommen, bekommen wir unser Touristen-Ticket. Dieses Eintrittsticket gilt für weitere Ruinenkomplexe im Heiligen Tal.

22.01. Terassen von Ollantaytambo

Heute fürt uns unser Tagesausflug in die Inka-Stätte Ollantaytambo, die letzte Stadt im Heiligen Tal der Inka vor Machu Picchu. Auf dem Weg holen wir Wayra ab, ein Neffen von Josè, der uns heute begleitet. Vor dem Eingang der Festung gibt es einen Markt, wo ein geschäftiges Treiben herrscht.

Der Ort liegt auf 2.700 Metern Höhe am Urubamba Fluss und ist von Bergketten umgeben. Die Festung befindet sich auf einen Bergsporn und kann problemlos zu Fuß erreicht werden. Gegenüber der Ruinenanlage von Ollantaytambo gibt es weitere Ruinen auf einem Berghang, diese werden „Pinkuylluna“ genannt. Dort haben die Inkas früher ihre Lebensmittelvorräte gelagert.

   

Nach unserer Rückkehr in der Paucartika Hasienda Lodge führt uns Wayra (was übersetzt der Wind heisst) seine selbstgemachten Öle, Redestäbe, Flöten, Armbänder usw. vor. Ein wunderschöner Redestab spricht mich an und will zu mir, er begleitet mich zu Hause bei meinen Zermonien und Meditationen.

23.01. Aguas Calientes / Macchu Picchu

Aguas Calientes  oder auch Macchu Picchu Dorf genannt, besteht aus etwa 2.000 Einwohnern und ist durch seine Nähe zur Inkastadt der Ausgangspunkt für den Besuch der Ruinen. Es gibt nur eine Zuggesellschaft, die von Ollantaytadmbo nach Aguas Calientes fährt. Wir fahren mit dem Vistadome Train, die bessere Zugklasse, ein Panoramazug, der dementsprechend etwas teurer ist.

Nachdem wir im Hotel, das beste auf unserer Reise, unsere Zimmer bezogen haben, besuchten wir die heißen Thermalquellen, die Namensgeber für Aguas Calientes und nur 10 min vom Zentrum entfernt sind. Das ungefilterte, braune Wasser in den Becken ist 37-40°C heiß und wir genießen eine herrliche Entspannung bei gegenseitigen Massagen im heißen Becken.

24.01. Sonnentor / Macchu Picchu

Huberto klopft um 3:45 Uhr, um uns zu wecken, noch ist es dunkel, doch die Stimmung ist aufgekratzt. Nach einer Tasse Koka-Tee und einem Glas Mangosaft mit Maca Pulver laufen wir los über die grob gepflasterten Steinwege und Stufen, wild tanzen die hellen Punkte der Taschenlampen in einer geschlängelten Linie vor uns herum.

Kurz vor 7 Uhr,  gerade als die Sonne über den Bergspitzen aufgeht, ist es so weit: Wir stehen am Sonnentor und genießen den Anblick. Dieser Moment lässt die Strapazen und das flaue Gefühl im Magen auf 4000 Metern Höhe schnell vergessen.

Geführt von Jose und Humberto geht es weiter bergauf, wir laufen zu verschiedenen Kraftorten um dort  Meditationen, Gebete und Zeremonien zu machen. Huberto lässt uns eine Samenbohne von einer Schale auswählen, die wir gut aufbewahren sollen! Wir bitten um Schutz und ein offenes Herz.

Gegen 15 Uhr sind wir wieder am Sonnentor, wo uns ein Bus zurück nach Aguas Calientes fährt. Nach einem kleinen Lunch holen wir unser Gepäck vom Hotel und laufen zum Bahnhof, um mit dem Panoramazug zurück nach Ollantaytambo zu fahren, wo wir bei Dunkelheit am späten Abend ankommen und von unseren beiden Fahrern zurück in die Paucartika Hasienda Lodge gebracht werden. Todmüde fallen wir ungeduscht und ausgekühlt in unsere Betten.

25.01. Ruhetag in der Lodge

Es tut gut, bis 7:30 Uhr zu schlafen. Nach dem Yoga und Frühstück spaziere ich mit Elke, Christine und Christl im Dauerregen Richtung Wasserfall, wir besichtigen das Atelier von Ricardo Silver, einem Künstler und dem Besitzer der Lodge.

Huberto macht fast täglich Einzelsessions mit uns. Da ich seit 3 Tagen Halsschmerzen und Stimmversagen habe, meine Nase andauernd mit gelb-grünem Schleim läuft, bin ich heute an der Reihe.

Puh….. es ist hochinteressant! Aus der Samenbohne und 3 Koka Blättern die ich auswählen soll, liest er meine Lebensthemen und Aufgaben, sieht meine körperlichen Schwachstellen und gibt mir Empfehlungen über Ernährung und Lebensrhythmen. Er fragt mich ob ich mir vorstellen kann mit ihm zu arbeiten. Er kommt jedes Jahr für 3 Monate nach Europa um Tagungen, Workshops, Einzelsitzungen mit dem Wissen der Moche und Inka-Kultur zu geben. Wir können uns beide gut vorstellen, dass er heuer auf seiner Tour nach München kommt, meine Patienten berät usw.

Ich bin begeistert und aufgewühlt zugleich, die Botschaften, Lebensthemen und Lebensaufgaben werden mich noch eine Weile beschäftigen.

Es ist unser letzter Abend in der Lodge, den wir bei einer warmen Suppe, Kokatee, Gesang und Musik, die Jose und Humberto mit ihren Flöten und Trommeln machen, geniessen.

26.01. Fahrt nach Cusco

Unser nächstes Ziel ist die Königsstadt Cusco, wo wir unsere Unterkunft oberhalb der Stadt beziehen. Gleich danach geht es zu Fuß in das „Haus der Sonne“ von Sacsayhuamán, ein eindrucksvolles Beispiel für die millimetergenaue Arbeit beim Bau der Inka-Mauern. Während der spanischen Eroberungszüge fanden hier die blutigsten Schlachten zwischen den Inka und den Conquistadores statt.  Sacsayhuamán bedeutet „Zufriedener Falke”. Oben angekommen wird man vom Cristo Blanco begrüßt, einer schneeweißen Christusstatue. Steht man auf den Hügeln von Sacsayhuamán, liegt einem das ziegelrote Dächermeer der Stadt Cuso mit seinen barocken Kirchtürmen buchstäblich zu Füßen.

Seit 1944 findet dort jedes Jahr am 21. Juni – zur Wintersonnenwende – das Inti Raymi statt. Ein schöner Ort, um eine Meditation im Schutz der Mauern zu machen und einen Moment in der Stille zu verweilen.

Von Saqsayhuaman machen wir einen Abstecher zum weniger bekannten Mondtempel „templo de la luna“. Vorbei an der Christusstatue, die am Abend weiß leuchtet, wandern wir ein Stück die Straße hinauf, bis wir an einem Eukalyptuswald vorbei zum Mondtempel kommen.

Auf dem Rückweg besuchen wir David, einen Freund von Jose. Wir verbringen einige Zeit bei Mate Tee, Kokablättern, Musik und Gesang, kaufen Räucherwerk, das er selbst herstellt. Beeindruckend, wie die Einheimischen leben, sehr einfach – doch strahlen sie eine Freude, Herzlichkeit und Zufriedenheit aus, was wir in Deutschland selten finden.

Nachdem wir uns von David verabschiedet haben, laufen wir durch dunkle Hinterhöfe und enge Gassen in das Künstlerviertel San Blas, um noch eine Kleinigkeit (Quinoasuppe) zu essen. Mir knurrt der Magen, seit dem Frühstück gab es nur Koka Blätter zu Kauen. Gegen 1 Uhr falle ich todmüde in mein Bett.

27.01. Wassertempel

Endlich mal geduscht und Haare gewaschen! Nach dem Frühstück, das bei mir meist aus Banane und Avocado besteht, fahren wir zum Wassertempel-Tecon, wo wir Don Basilio mit seiner Frau treffen. Zusammen kommen wir nach ca. 1 Stunde Fußweg an einem Ritualplatz an. Don Basilio bereitet alles für eine Despacho-Zeremonie vor. Ein „Despacho“ ist ein andines Ritual, in dem man Opfergaben an die Berge (apus), an Mutter Erde (Pachamama) und andere Spirits der Natur übergibt. Das Ritual ist ein Akt der Liebe und Hingabe und erinnert uns an die Verbindung, die wir mit allen Geschöpfen, allen Elementen, Spirits und heiligen Orten teilen. Von Don Basilio erwerbe ich einen Ritual-Gürtel, der meine linke Niere, die nicht arbeitet, stärkt und mich künftig bei meiner Ritual-Arbeit mit meinen Klienten begleiten soll.

Wir lassen den Abend bei einem gemütlichen Essen (wieder mal Quinoasuppe) und einem Tee ausklingen.

28.01. Sonnentempel

Am frühen Morgen klopft Humberto an meiner Türe und bittet mich, ihn bei der Heilung einer Einheimischen zu unterstützen. Eine junge Frau, hat seit der Geburt ihrer Tochter vor 5 Monaten starke gesundheitliche Probleme. Wie alle  Frauen in den kleinen Dörfern hier hatte sie eine Hausgeburt.  Es ist sehr interessant, Humberto bei seiner Heilarbeit zu begleiten. Ich soll der Frau ein paar Atemübungen zeigen, ihr den Unterbauch massieren, die Chakren ausgleichen und ihr eine Bauchmassage geben. Sie fühlte sich danach besser.

Nach dem Frühstück geht es zu Fuß in das Zentrum von Cusco zum Sonnentempel. Der Tempel Coricancha war die allerheiligste Stätte der Inka und laut Überlieferungen mit purem Gold und Silber ausgeschlagen. Die Reichtümer wurden durch die spanischen Eroberer geraubt und der Tempel zerstört. Auf seinen Fundamenten steht nun das Konvent Santo Domingo, in dem einige der originalen, architektonisch perfekten Inkamauern freigelegt wurden.

Dort übermannt mich eine gewaltige, ungute Energie. Mir wurde übel, schwindlig und mein Kopf drohte zu explodieren. Ich wollte nur noch raus. Doch Jose meinte, ich solle unbedingt bleiben und durch den Schmerz hindurchgehen. Alte Erinnerungen (Karma) würden sich dadurch auflösen und in Heilung gehen.

Gegen 18 Uhr laufen wir wieder zurück zur Unterkunft und holen unser Gepäck. Um 19 Uhr werden wir von unseren Fahrern abgeholt und zum Busbahnhof von Cusco gebracht.

28./29.01. Nachtbus nach Puno

Unser nächstes Ziel ist Puno, was  ca. 9 Stunden Fahrt mit dem Nachtbus bedeutet.  

Der Bus kämpft sich bergauf durch das peruanische Hochland. Karge Hochebenen und die Gipfel der Anden bestimmen das Bild. Bald ist der La Raya Pass erreicht. Er liegt auf 4338 m und ist somit der höchste Punkt auf der Fahrt von Cusco nach Puno. Zum Glück ist der Bus in einem guten Zustand und die Sitze sind so bequem, dass ich 6 Stunden festen Schlaf finde. Ausgeruht erreichen wir am frühen Morgen den Busbahnhof, direkt am Titicacasee.

Wir werden von einem Kleinbus abgeholt und in ein Gästehaus gefahren. Dort deponieren wir unser Gepäck, trinken einen Tee und essen eine Banane. Mit einem Notgepäck für 3 Tage geht es wieder zum Hafen von Puno. 

Ein privates Schiff wartet schon auf uns. Der Titicacasee ist Südamerikas größter See, mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern ist er 13 Mal so groß wie der Bodensee.

Die erste Anlegestelle sind die schwimmenden Inseln, wo das Volk der Uros lebt. Wir werden herzlich von den Uros-Indianern begrüßt.  Es ist ein eigenartiges Gefühl, auf dem schwankenden Schilfboden zu laufen. Aus Totora-Schilf bauen sie nicht nur die Inseln, sondern auch die Hütten und die Boote. Der Schilfboden der Inseln setzt sich aus zwei Meter aufgeschichtetem Schilf zusammen. Die Inseln müssen nach ca. 2 Jahren neu gebaut werden, da das Schilf von unten weg fault. Die Uros ernähren sich sind von Fisch, Eiern, Kartoffeln, Mais und Quinoa, außerdem halten sie Kormorane und Meerschweinchen (Cuy), wenn es mal Fleisch sein soll.  

Nach unserem Besuch der Uros (Huberto gab für 3 Einheimische eine Heilsession)  ging unsere Tour auf dem Titicacasee für ca. 3 Stunden weiter zur Insel Taquille. Die Insel liegt auf peruanischer Seite auf einer Meereshöhe von 3821 m. Etwa 1600 Aymaras leben heute noch auf der Insel Taquille. Nach einem sehr leckeren Abendessen mit frischem Fisch und Kartoffeln machen wir uns um 23 Uhr auf dem Weg zu den Hängen. Bei einem gigantischen Blick auf den See zelebrieren Humberto und Jose ein Sonnenuntergangs Ritual.

30.01. Insel Taquille

Am nächsten Morgen ist zeitiges Aufstehen um 3:15 Uhr angesagt. Ich traue mich kaum, aus meinen fünf Lagen (Decken und Schlafsack) herauszukriechen, denn ich weiß: Da draußen ist es verdammt kalt, solange die Sonne noch nicht hoch steht. Um 3.30 Uhr treffen wir uns am Strand zum Sonnenaufgangsritual. Ein wundervoller Blick, eine tolle Energie…….. das Aufstehen hat sich gelohnt.

 

Danach eine Katzenwäsche, Kaffee, ein leckeres Frühstück und den Tag zur freien Verfügung. Ich nehme ein Bad im Titicacasee, dass muss sein, auch wenn er nur 8 Grad hat und erkunde danach den Hauptort der Insel mit ihren Bewohnern in typischer Kleidung. Am Nachmittag kommt Besuch von den Uros. Die Familie, die Humberto behandelt hat, bedankt sich. Huberto bittet mich, ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen. Ich massiere eine Dame, die extreme Verspannungen hat, leite ihren Mann an, Atemübungen zu machen, er bekommt kaum Luft, erkläre ein paar einfache Yogaübungen …… als Dank überreichen Sie mir eine Umhängetasche aus gesponnener Wolle und einen Kissenbezug, wunderschön. Was für herzliche, dankbare Menschen!

Am Abend genießen wir wieder ein sehr leckeres Abendessen. Das Essen auf der Insel Taquille ist das Beste unserer ganzen Reise. Danach führen uns die Einheimischen ihren Tanz vor, wir tanzen und singen mit. Es regnet seit dem Nachmittag sehr stark, schnell huschen Elke und ich die Hühnerleiter hoch in unseren Schlafraum. Wieder mal in mehrere Schichten T-Shirts, Schlafsack und Decken eingepackt, lauschen wir den heftigen Regen über unserem Strohdach. Ein Nachttopf verhindert, dass wir nachts über die Hühnerleiter ins Freie auf die Toilette müssen.

31.01. Zurück nach Puno

Nach der üblichen Katzenwäsche und einem Frühstück kommen die Einheimischen der Insel, um ihre diversen handgemachten Sachen vorzuführen. Ich kaufe einige Mitbringsel (Mützen, Stirnbänder, Schals aus Alpaka), die wunderschön sind. Auch hier gibt es wieder Heilsessions von Humberto für die Einheimischen, wieder darf ich ihn dabei unterstützen. Ich bin sehr dankbar für sein Vertrauen und die Möglichkeit, bei ihm zu lernen.

  

Danach geht es mit gepacktem Rucksack runter zum Ufer, wo schon das Boot, das uns zurück nach Puno bringt, auf uns wartet. Es regnet immer noch unaufhaltsam, so dass wir die Rückfahrt im Inneren des Bootes verbringen.

Total durchnässt kommen wir in Puno bei unserem Kleinbus an, der etwas weiter Weg vom Hafen auf uns wartet und uns zum Gasthof bringt, wo wir unser restliches Gepäck eingelagert haben und die kommenden 4 Nächte verbringen.

01.02. Aramu Muro

Nach einem spärlichen Frühstück ist unser heutiges Ziel Aramu Muro, ein sehr mystischer Platz. Er liegt in etwa 70 km von Puno entfernt auf dem Weg nach Bolivien. Aramu Muru ist ein intergalaktisches Dimensionstor, ein Sternentor, und war für die Inkas von großer Bedeutung.

Humberto und Josè bereiten eine Zeremonie mit Opfergabe an Mutter Erde vor, eine typische Heilmethode im Hochland von Peru. Wir verweilen im Portal, wo jeder von uns sehr interessante Erfahrungen gemacht hat. Wieder einmal bin ich überwältigt und geplättet von der gewaltigen Energie und dem, was in meinem Innern vorgeht. Tiefe Heilung darf geschehen. Auf der anderen Seite des Portals befindet sich die Felsformationen, sehr interessant und wunderschön.

Auf dem Weg zum Abendessen kommen wir an einem Markt in Puno vorbei. Super – Elke und ich decken uns mit reichlich Obst für unser nächstes Frühstck ein. Bananen, Avocados und die sogenannte „Knack-Frucht“, die sehr lecker schmeckt. Im Zimmer, wo vier Betten stehen und kein Fenster ist, muffelt es gewaltig. Ich räuchere erst mal reichlich mit Palo Santo, um schlafen zu können.

 

 

02.02. Grabtürme von Sillustani

Leider läuft auch bei dieser Unterkunft nur kaltes Wasser tropfenweise aus dem Duschhahn, also wieder mal nur eine Katzenwäsche, dafür aber ein leckeres Frühstück mit Banane und Avocado, reichlich Maca Pulver, das uns Josè täglich im frisch gepressten Saft verordnet.

Danach geht es mit unserem Kleinbus zu den Grabtürmen von Sillustani am Umayo-See. Sie gehören zu den faszinierendsten Nicht-Inka-Sehenswürdigkeiten, die Peru zu bieten hat. Erbaut wurden die meterhohen Steintürme vom Stamm der Colla, einem Untervolk der Aymara am Titicacasee, die im 15. Jahrhundert von den Inka erobert wurden. In den Chullpas wurden die sterblichen Überreste von Königen und anderen Würdenträgern begraben. Tropfnass kommen wir in unserem Kleinbus an, denn es regnet immer noch unaufhaltsam.

   

Nach dem Abendessen in der Stadt Puno, wo schon buntes Treiben für das Volksfest, das morgen beginnt, herrscht, gehen wir zu unserem Gasthaus zurück. Ich möchte heute noch nicht ins Bett und so beschließen Elke und ich, in eine Einheimischen Kneipe zu gehen. Dort  bestellen wir uns eine Karaffe Sangria. Es ist schön, die Einheimischen zu beobachten, über Gott und die Welt zu plaudern und den Abend fröhlich ausklingen zu lassen.

03.02. La Virgen Candelaria in Puno

Heute startet in Puno eines der imposantesten Volksfeste Perus – das Fest zu Ehren der „Virgen Candelaria“ (Jungfrau Candelaria). Sie ist die Schutzpatronin der Stadt am Titicacasee. Auf 3.870 Meter Höhe gelegen, gilt Puno als die Folklore-Hauptstadt Südamerikas. Die Stadt befindet sich für zwei Wochen im Ausnahmezustand. Bis zu 40.000 Tänzer, Musiker, zahllose Einheimische sowie Touristen tummeln sich in den Straßen von Puno. Es wird ausgelassen gefeiert, getanzt und es fließt jede Menge Bier, vor allem das traditionelle Mais-Bier Chicha.

 

Heute, am letzten Tag in Puno, ist Bummeln durch die volle Stadt angesagt. Noch ein paar Sachen am Markt einkaufen (Palo Santo, Maca Pulver, Jasmin- und Minzöl), gemeinsames Abendessen mit Tanz der Einheimischen, und Packen für den morgigen Flug zurück nach Lima.

04.02. Flug zurück nach Lima

Vor dem Frühstück laufe ich bei kühlem Regen schnell noch zum Markt, um dort einen frisch zubereiteten Smoothe zu trinken, der Marktfrau ein paar Kleidungsstücke, die ich nicht mehr mit nach Deutschland nehme, zu schenken und Bananen für das Frühstück zu kaufen. Das Frühstück besteht, wie fast bei allen Unterkünften, aus Fladenbrot (Weizenmehl), Butter, Rühreiern und Marmelade, alles Dinge die ich zu Hause niemals esse. Jedoch gibt es meist einen frisch gepressten Saft, der mit Maca Pulver von Josè gepimpt wird.

Unser Kleinbus wartet schon auf uns, wir wiegen schnell noch unser Gepäck, denn die Fluggesellschaften sind sehr genau. O je, ich habe 23,9 kg! Also schnell nochmal umpacken und 1 kg ins Handgepäck. Es ist viel los auf den Straßen und die Fahrt zum Flughafen dauert knappe 2 Stunden. Unser Flug geht pünktlich um 13:25 Uhr nach Lima.

Freunde von Josè mit zwei großen Autos warten schon auf uns, um uns wieder in die Casa Wayra, wo unsere Reise begann, zu bringen. Es ist hochsommerlich warm, wie herrlich nach der Kälte und dem vielen Regen am Titicacasee. Auspacken lohnt sich für eine Nacht nicht. Eine warme Dusche und Haare waschen, welch ein Luxus, ich fühle mich wie neu geboren!

Wir treffen uns am frühen Abend, um zu Fuß nach Barranco,  einen In-Stadtteil von Lima zu laufen. Nirgendwo sonst gibt es so viele schicke, neue Cafés und Restaurants. Barranco, das heißt auf Deutsch übersetzt Schlucht, und genau diese Schlucht direkt am Meer wird von der Puente de los Suspiros, der Seufzerbrücke, überspannt. Wer beim allerersten Mal die Brücke mit angehaltenem Atem überquert, der hat übrigens einen Wunsch frei!

Wir feiern heute Elkes Geburtstag. Es gibt übrigens 2 Elke, Elke aus Weiden und Elke, die heute Geburtstag hat, aus Stuttgart.  Nach dem Abendessen stehen wir kurz auf der „Brücke der Gefühle“ so wird sie auch genannt und gehen anschließend in eine nette Bar. Es gibt Musik und eine Sängerin kommt extra für uns, denn außer unserer Gruppe sind dort keine weiteren Gäste.  Zum Abschied trinke einen Pisco Sour. Pisco Sour ist das Nationalgetränkin Peru, ein sommerlicher Cocktail mit Pisco, Limetten, Zuckersirup, Eiweiss, Zimt und Eiswürfel, der erfrischend und super lecker schmeckt. Es ist mittlerweile schon nach Mitternacht und zu Fuß will keiner mehr zur Casa laufen, doch in der 9 Millionen Stadt Lima sind überall Taxis zu finden.

05.02. Relaxen am Pazifik

Nach dem Frühstück möchte ich gerne zum Schamanen-Markt, doch Josè rät wegen der steigenden Kriminalität davon ab: Es sei zu gefährlich alleine dort hinzufahren. Geplant ist heute die Besichtigung der Kathedrale und des Museums von Lima. Ich habe keine Lust, denn ich habe genug gesehen in den letzten Wochen. Wenn schon nicht zum Schamanen-Markt, dann wenigstens im Pazifik schwimmen und ein paar Stunden relaxen, bevor am Abend unser Rückflug nach Deutschland geht. Hurra ….. überredet!

Wir gehen den Circuito de Playas de la Costa Verde, den Rundweg entlang der Küste von Miraflores. Miraflores ist eines der angesagtesten Viertel von Lima, das die perfekte Balance zwischen Neu und Alt findet: Auf der einen Seite die gut erhaltenen oder liebevoll restaurierten Häuser aus der Kolonialzeit, auf der anderen Seite ultramoderne Wohn- und Einkaufskomplexe und Restaurants. Es ist ein herrlich warmer Sonnentag und der Pazifik lädt zum Schwimmen ein. Einfach traumhaft! Über 2300 Kilometer Küste, die sich von Chile bis nach Ecuador zieht. Zugegeben, es sind keine klassischen Traumstrände mit weißem Sand und Kokosnusspalmen – wir sind hier schließlich nicht in der Karibik, sondern an der wilden Pazifikküste. Die Küstenlandschaft ist eher trocken und staubig, doch die Wellen können sich wirklich sehen lassen! Wild brausend lockt der Ozean Surfer aus der ganzen Welt an.

Leider müssen wir am Nachmittag wieder los zu unserer Unterkunft. Gepäck abholen, die sommerliche Kleidung wird gegen mehrere Schichten Shirt, Pulli, Jacke und wieder mal die dicken Wanderschuhe ausgewechselt. Um 18 Uhr geht es los zum Flughafen Lima.

Ein letzter gemeinsamer Snack am Flughafen mit Josè und Humberto und eine traurige Verabschiedung. Es war eine erlebnisreiche, spannende und wundervolle Zeit durch die Anden, super von Josè organisiert und geplant. Voller Wehmut umarmen wir uns ein letztes Mal. Pünktlich um 19:55 Uhr geht unser Flug mit KLM nach Amsterdam, Dauer 12 h 55 Min. Nach einem Abendessen und ein paar Gläschen Wein als Schlaftrunk gelingt es mir,  7 Stunden zu schlafen.

06.02. Amsterdam – München

Es ist der 15:05 Uhr als wir in Amsterdam landen, man bedenke die 6 Stunden Zeitverschiebung. Unsere Gruppe trennt sich, Elke und Christa fliegen nach Stuttgart und haben nur 1 Stunde Aufenthalt. Unser Anschlussflug nach München geht erst um 21:00 Uhr. In der Lounge freue ich mich, nach Wochen den ersten köstlichen Kaffee aus dem Siebträger zu trinken, wenn er auch 7 Euro kostet.

Unser Flug geht pünktlich und um 22:30 Uhr landen wir in München. Mein Gepäck ist in 5 Minuten auf dem Band und ich sehe durch die Scheibe schon Daniel, meinen Sohn, der mich abholt. Eine herzliche, liebevolle Umarmung mit Elke – die noch in die Oberpfalz muss, mit Christine und Gabriele die den Zug nach Landsberg nehmen und mit Theo, der wie ich aus München ist und ebenfalls abgeholt wird. Wir werden uns bald wieder sehen, doch jetzt geht jeder seinen eigenen Weg.

06.05. Drei Monate später

Es sind 3 Monate vergangen, der Alltag hat mich längst wieder. Doch es hat sich einiges verändert. Eindrücke, eine andere Kultur, körperliche und seelische Beanspruchung haben meinen Horizont erweitert. Ich gehe leichter mit herausfordernden Situationen um, lasse mich von Hindernissen und Schwierigkeiten nicht unterkriegen. Anstatt zu meckern, nehme ich Dinge an und versuche sie zu lösen. Bin entspannter geworden und weiß mein Leben mehr zu schätzen und zu genießen. Habe Vorurteile über Bord geworfen, meine eigene soziale Kompetenz erweitert, bin demütig geworden, und schätze welch privilegiertes Leben wir bei uns in Deutschland führen. Ein Leben, das viele als selbstverständlich betrachten.